#16 – Erde, Dez 10

Ausgabe 16Hach, wie doch die Zeit vergeht! Seit nunmehr vier Jahren bringt der Bagger immer wieder bahnbrechende Entdeckungen, brandheiße Neuigkeiten sowie handfeste Skandale ans Licht. Damit wird es auch einmal Zeit, zum ureigensten Metier des Baggers zurückzukehren, nämlich in die Erde. Nicht dass jetzt jemand denkt, der Bagger wäre grabungsmüde – ganz im Gegenteil! Gerade dort, wo der Hund begraben liegt, stochert der Bagger am liebsten herum und blickt diesmal nicht nur tief in den Untergrund rein, sondern auch aus so mancher Außenperspektive auf diverse Geschehnisse unserer Zeit.
Bagger Nr. 16 als PDF.

Unterirdisch

quetschgefahr– oder: Wer and’ren eine Grube gräbt, hat Gold im Mund

Jetzt geht das ja schon wieder los. Ich hab ja gedacht, dass jetzt, wo die Richterin Ministerin ist, die Sache erledigt ist. Die hat das sicher ordentlich gemacht, weil sonst wär’ sie ja nicht Ministerin geworden. Und der Prikopil hat sich ja auch umgebracht, also sind eh schon alle bestraft.

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Mehr als tausend Gründe

blutHaben Sie auch schon Gold gekauft? Wie es am Ende des Regenbogens wirklich aussieht.

Gold ist in aller Munde. Die Anleger flüchten in Gold, heißt es. Die Zeiten sind schwierig, Besserung ist nicht in Sicht: Die allgegenwärtige Krise, zuletzt im Gewande der Schulden- und Währungskrise, wütet unvermindert weiter. Gold aber hat Bestand; es kann nicht wie Papiergeld verzinst oder beliebig in rauen Mengen nachgedruckt werden. Alle wollen ihre Schäfchen ins Trockene bringen: Die Nachfrage ist enorm, die Münzprägereien kommen mit der Produktion kaum nach; mobile Goldhändler tingeln durch die Lande und kaufen alles auf, was glänzt: Zahnersatz, Familienerbstücke, ausgediente Eheringe. Wohlfrisierte Krawattenträger legen uns nahe, unser Vermögen zu soundsoviel Prozent in Gold zu investieren.

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Unsere Erde schützen … eh die anderen!

KlimawandelWind-, Wasser- und Solarstrom aus der Steckdose, das hätten wir doch alle gern, andererseits wollen wir alle kein Wind-, Wasser- oder Solarkraftwerk vor der Haustür. Ein paar Gedanken zum politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umgang mit dem Klimaschutz.

Man muss schon ziemlich grünes Blut haben, um heute beim Thema Klima­schutz nicht genervt die Augen zu verdrehen, derart abgelutscht ist die Sache mittlerweile. Die medialen Auf- und Bearbeitungsmöglichkeiten unserer Zeit sind Segen und Fluch zugleich.

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Asche zu Asche, Staub zu Staub

FriedhofÜber unseren Umgang mit Sterben und Tod

Allerheiligen, Allerseelen und der Totensonntag erinnern uns an unsere Verstorbenen und den Umgang, den wir mit ihnen pflegen. Welcher Rituale be­dienen wir uns aus welchem Grund? Eine Annäherung.

Novemberstimmung. Zähe Ne­bel­schwaden, eine feuchte Kühle, Heerscharen von Krähen. Zu dieser Zeit wird der christliche Mensch durch das Kirchenjahr angehalten den Friedhof aufzusuchen und sich mit seinen verstorbenen Angehörigen auseinanderzusetzen.

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Unter der Alm

ZwergenfürstenAufzeichnungen darüber, wie Österreich von unten regiert wird.

Eigentlich hatte die Wanze ja beschlossen, Belauschung und Spionage für eine Weile an den Nagel zu hängen und sich einen aus­führlichen Winterschlaf zu gönnen. Zu diesem Zweck zog sie sich also auf eine abgeschiedene Alm zurück und begann, sich ein behagliches Löchlein zu graben. Wie sie nun aber mit der Tiefe schon fast zufrieden war, da brach ihr plötzlich der Boden unter den Füßen weg. Und eh sie sich versah, fand sie sich in einer reich geschmückten unterirdischen Halle wieder: Sie war ganz unabsichtlich (und auch ganz unbemerkt) in den Palast des Zwergenkönigs Dörfli eingebrochen, der gerade dem Fürsten Vovis, dem Herrscher über das benachbarte Reich, eine Audienz gewährte.

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Tausendjähriges Ei

EierPro Portion 1 frisches Entenei schamlos der Ente unterm Bürzel wegziehen – wenn sie sich wehrt, endet sie als Pekingente. Wegen der langen Zubereitungsdauer empfiehlt es sich, gleich 80–100 Enten auf einmal zu berauben.

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Zurück in die Zuchtkunst

archenoahDer Verein Arche Noah kämpft seit 20 Jahren für die Vielfalt der Kulturpflanzen. Ge­schäfts­füh­re­rin Beate Koller erklärt im Ge­spräch mit dem Bagger, warum Bio­diversität nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch der Ernährungs­souveränität ist.

Laut Welt­gesundheits­or­ga­ni­sa­tion ist die Vielfalt der Nutz­pflan­zen im letzten Jahr­hun­dert drastisch ge­schrumpft. Vor 20 Jahren hat sich an­ge­sichts dieser Ent­wick­lung der Verein Arche Noah formiert und der Er­hal­tung dieser Viel­falt ver­schrieben. Warum führt ihr diesen Kampf?
Beate Koller: Zum einen sind Menschen vom Verlust der Vielfalt persönlich betroffen: Viele Leute kennen und vermissen Obstsorten, Gemüsearten oder Kräuter, die sie früher einmal geschmeckt haben, die es aber so nicht mehr zu kaufen gibt.

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Wie sich Erde gut trinken lässt

Thomas SchwarzBisher ist dem Winzer des Weinguts „Kloster am Spitz“ noch kein gleich wohlklingendes deutsches Wort für „Terroir“ eingefallen, was ihn nicht daran hindert, den Begriff vom Podest auf den Boden zu holen. Eine Entmystifizierung.

Gekostet hat er sie noch nie, die Erde von seinen Weingärten, mitten am burgenländischen Leithaberg. Dennoch weiß Thomas Schwarz genau, wie sie schmeckt. Er braucht nur einen seiner Weine zu trinken. Der 38-Jährige sitzt in seinem Verkostungsraum, sinkt zurück in den Sessel und schenkt sich ein Glas, nein, nicht Wein, sondern Rosé-Sekt ein. Am langgezogenen Tisch zeugen leergetrunkene Weingläser und offene Flaschen von der eben zu Ende gegangenen Verkostungsrunde. Ehe er zu erzählen beginnt, klopft es erneut an der Tür: Weinkäufer. Es ist Samstag. Wenn andere längst ihre Wochenendfreizeit genießen, sich vielleicht eine gute Weinflasche aufmachen oder ihre Lieblingswinzer besuchen, ist Thomas Schwarz mitten in der Arbeit.

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Beziehungsarbeit

LindeDie Geomantie sucht nach Erklärungen für die unsichtbare Kommunikation zwischen Men­schen und bestimmten Orten. Eine aktuelle wissenschaftliche Studie bringt Erkenntnisse ein Stück näher.

Jeder Krise ihre Therapie. Für den entsprechenden Kitt in zwischenmenschlichen Beziehungen sorgt Paartherapie oder Mediation. Feng Shui wird für eine harmonische Begegnung in Wohn- und Lebensräumen zu Rate gezogen. Aber da es gar nicht notwendig ist, eine ostasiatische Fernbeziehung zu führen, wenden wir uns der Beziehungsarbeit zwischen hei­mi­schem Boden und seinen Bewohner/innen zu.
Diese Kommunikation zwischen Mensch und seiner Landschaft wird Geomantie genannt. Deren Wortzusammensetzung, „geo“ und „mantie“, geht einerseits auf die griechische Göttin Geia zurück, die die Erde repräsentiert.

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Back to the Wurzels

WurzelEinmal von der Erde über die Wurzel in die Höhen der Forschung und wieder zurück

Da wir uns nun einmal alle auf der Erde befinden, müssen wir dort neben leben auch wohnen. Ja, alle, denn selbst ein Obdachloser wohnt ja gewissermaßen auf der Straße, wie man sagt. Da es mit dem Autor dieses Artikels noch nicht ganz so weit gekommen ist, plant er gerade einen Umzug und wurde dabei mit der unangenehmen Tatsache konfrontiert, dass der Grundriss der neuen Wohnung zwar in einem angenehmen Maßstab (1:100) vorhanden war, die angegebenen Flächeninhalte aber leider einem verstohlenen Nachmessen mit dem Lineal nicht standhielten.

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