#18 - Ton, Juni 11

Ausgabe 17Der Bagger macht wieder von sich reden. Nachdem er dem verehrten Publikum wie gewohnt drei Monate Zeit gelassen hat, die letzte Sammlung an etwas zufällig zusammengeschusterten Texten zu verdauen, hat er sich nun auf eine seiner Grundtugenden besonnen. Was macht ein Bagger außer Graben? Lärm! Und deshalb ist diese Ausgabe dem Ton gewidmet.
Bagger Nr. 18 als PDF.

Wie die Raben

© Beba FinkSie haben eine Melodie komponiert? Echt? Fein. Legen Sie die bloß nirgends hin, wo ein anderer Komponist sie finden kann.

In der Volksschule stand uns noch glasklar vor Augen, worauf es bei Österreich wirklich ankommt.

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Der Sound von Vorgestern und Übermorgen

© Denise FragnerAnkunft in der Gegenwart

Hier, am Ende der Welt, löste man einst die Taue großer Schiffe, ließ sie hinaus aufs offene Meer. Hier kann man auch heute auf die Weiten des Atlantiks blicken, die Träume schweifen lassen. Was kommt hinter all diesen Wassermassen? Erst Aufbruch, dann Ankunft, dazwischen ein neues Leben und nach dem Abenteuer die Einsamkeit. Was macht man mit den losgelösten Tauen, die scheinbar nichts mehr finden, an dem sie anknüpfen können?

Tausend Tränen und zurück zum Start

Eine Leere, die sich nicht mehr füllen lässt, hat mich seit meiner Rückkehr überrollt. Wie der Kater, der einer rauschigen Nacht folgt, bricht sie über mich ein. Gerade erst hab ich den Rückweg angetreten.

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„Ich bin ein goldener Gott!“

Ein Kurztrip ins Reich der Einbildungen und Vorurteile von Musikschaffenden

100 Leute haben wir gefragt: „Nennen Sie ein Musikerklischee.“ Egal ob Popper (‚fahren auf Vespas, haben irrsinnig trendige Frisuren‘), Rocker (‚fahren auf Groupies ab, sind irrsinnig witzig‘), Metaller (‚Corpse Paints, wollen böse sein‘) oder Boybands (‚sind notorisch untreu, verbreiten nach außen das Image des perfekten Schwiegersohns und feiern dann Orgien auf ihren Hotelzimmern – ich habe es gesehen!‘) – eine Antwort kommt ganz bestimmt – ‚Drogen, Drogen, Drogen und Drogen‘. Ausnahme bilden dabei die Randgruppen der Straight Edge, die den harten Kern wörtlich nehmen und kategorisch auch wirklich alles ablehnen, was nur am Rande Spaß machen könnte. Sie stellen sich also unter das Banner des Anti-Klischees, haben damit ihren Auftritt in diesem Stück gut über die Bühne gebracht und dürfen sich nun getrost mit ihrem Vegan-Black-Metal-Pad-Thai zurücklehnen.

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Johanna Walser „Die Unterwerfung“ (1986)

Die UnterwerfungSprachmächtige Bücher verdienen auch 25 Jahre nach ihrem Erscheinen eine nachdrückliche Empfehlung. Johanna Walser, der Tochter Martin Walsers, ist ein solches besonderes Buch, eine schmale Erzählung, geglückt.

Sie handelt von Lisa, einer jungen Frau, die in der Welt der fremden Sprachen den ihr eigentümlichen Selbstausdruck findet: „Sie erschrak. Es war ziemlich schwierig, wenn man das über sich wusste, was diese Sätze sagten. In fremden Sprachen musste sie anscheinend von sich und dem, was sie erlebt hatte, sprechen; es wäre unangenehmer gewesen, sich diese Sätze in ihrer eigenen Sprache vorzusprechen.“

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HipHop. Zum letzten Mal

Earl SweatshirtPolitisch korrekt scheißen gehen mit Earl Sweatshirt

„Tell your bitch to stop complaining bout that aching tits – a body is a temple? I don’t give a fuck, I’m atheist“. Das ist eine Zeile von Earl Sweatshirt auf dem „Radical“-Mixtape von Odd Future bzw. OFWGKTA, einem Hiphop-Kollektiv aus Los Angeles. Die Herrschaften sind sehr unterschiedlich talentiert. Von Tyler the Creator (siehe Rezension unten) wird man noch sehr viel hören. Von Hodgy und Domo vielleicht auch. Von den anderen eher nicht. Thebe „Earl“ Kgositsile ist bis auf weiteres unter Hausarrest oder auch in einem Bootcamp oder auch seit Monaten auf Samoa. Da kursieren im Internet die unterschiedlichsten Gerüchte. Jedenfalls macht er zur Zeit keine Musik und ist auch auf den Live-Auftritten seiner Crew nicht dabei.

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Tyler the creator – Goblin (XL, 2011)

Goblin„Ok, you guys called me: I’m not a fucking rapist or a serial killer, I lied.“ Ja, schon komisch, dass er sich auf seiner zweiten Platte verpflichtet sieht, das in der Form explizit zu machen. Aber so ist das: mit einem Deal bei einem großen Label wird man notgedrungenermaßen ein bisserl vorsichtiger.
Und er hat allen Grund, vorsichtig zu sein, werden er und seine Crew (siehe oben) doch für den heißesten Scheiß im Hiphop seit dem Debut von Wu-Tang (1993) gehalten.

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Der elegante Rest – Ungeduld (Problembär, 2011)

ungeduldDas werden jetzt nicht alle verstehen. Der Elegante Rest, die Band, die ihr Publikum bei Konzerten gern mit „Hallo wir sind Der Elegante Rest aus der DDR“ begrüßt, aber in den Texten keine Nuance Politik zulässt, serviert 2011 unter anderem „Küsse zum Abendbrot – Küsse so labend“. Ein komischer Kauz, dieser Jörg Wolschina, ein schlaksiger Dandy irgendwo zwischen Nick Cave und einem frühen Sven Regener. Und er trägt dick auf. Ganz dick: Discobeat, gerechtes Brett und Schnulzen.

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206 – Republik der Heiserkeit (ZickZack, 2011)

Republik der Heiserkeit2008 hat mir Patrick Wagner (Ex-Surrogat) in einem Interview an dieser Stelle von 206 aus Leipzig vorgeschwärmt. Er meinte, das sei die einzige Band, die legitimerweise die Erbschaft seiner Band antreten könnte. Ich hab mich dann schlau gemacht, sofort verliebt und mir von Timm Voelker ein Demo schicken lassen.

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Ton aus!

Und für alle, die nicht lesen können, ist das Handy durchgestrichen.

Ich bin richtig entspannt. Seit langem fühle ich mich wieder ausgeglichen. Dabei hat sich meine Work Life Balance dramatisch von Life, hin zu Work verschoben, was sich äußerst unangenehm auf meine Frustrationsresistenz auszuwirken scheint. Doch das perfekte Rezept, seinem Ärger freien Lauf zu lassen, ist so einfach wie unglaublich: Speed Hating.

Ruhe auf den billigen Plätzen!

Die Geschichte begann heute Morgen, als mir ein Bekannter anbot, mich auf die Gästeliste einer Vortragsreihe über israelische Dokumentarphotographie zu setzen. Er selbst sei kurzfristig verhindert, meinte er, hätte aber sofort an mich gedacht.

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O Freunde, nicht diese Töne

  • .. oder: Was ist Tinnitus*

© Beba FinkDie Betroffenen klagen über die Wahrnehmung eines Geräusches, das sie entweder dauerhaft oder phasenweise heimsucht.

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