Sprache

Nachrichten aus der Tretmühle

Sie bildungsprivilegierteR, ökonomisch unterforderteR MinderpigmentierteR mit eurafrasischem Völkerwanderungshintergrund! – Doch. Fast alle, die diesen Artikel lesen, sind so etwas.

Humpty Dumpty hat es sich zu einfach vorgestellt: Wir können unsere Wörter nicht, auch nicht gegen Schwerarbeitszulage, alles heißen lassen, was wir damit meinen möchten; außer, es sind selbsterfundene. Jeder normale Wortgebrauch gründet sich auf ein Myzel, besser: eine Wolke zumindest jahrhundertelanger Bedeutungsverschiebungen, und wer ein Wort wann in welchem Sinn zuerst in den Mund genommen hat, ist meist ungefähr so bestimmbar wie der Wochentag des Urknalls.

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Ein schwarzes Schaf für Santa Claus

Schwarzes Schaf
Asymmetrie und wie sie uns überlistet.

Können Sie in Spiegelschrift schreiben, wie Leonardo da Vinci? – Doch. Nehmen Sie einen Stift in Ihre bevorzugte Schreibhand, und halten Sie sich mit der anderen einen Notizblock vor die Stirn. Jetzt führen Sie den Stift zum Block und schreiben groß (von mir aus in Blockschrift) Ihren Vornamen drauf. Nehmen Sie den Block herunter, und lesen Sie nach. Wenn Sie so sind wie die meisten Menschen, haben Sie gerade Ihren Namen in Spiegelschrift geschrieben, ohne es zu merken. Sollten Sie geschummelt und dabei in den Spiegel geschaut haben, haben Sie die Schrift im Spiegel richtig herum gesehen. Leonardo schrieb natürlich nicht vor der Stirn, sondern ganz normal auf einem Pult – spiegelverkehrt, damit niemand seine Aufzeichnungen lesen konnte. Heute trifft man manchmal Volksschüler, die zum Spaß dasselbe machen – vor etlichen hundert Jahren, als die wenigsten Leute lesen konnten, war der Geheimhaltungseffekt größer.

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Vorsicht, Sprachstufe!

Sie möchten wissen, wie man Lügen auf die Schliche kommt? Dann lassen Sie sich mal so richtig anlügen.

„Wer nicht lügen kann, weiß nicht, was Wahrheit ist“, stellte schon Friedrich Nietzsche seinerzeit fest. So nehmen wir uns das zum Vorsatz, um die Urgründe des Seienden zu erforschen, und lügen mal so richtig drauf los. Für einen kleinen Crashkurs sollten wir uns ein Vorbild an Leuten nehmen, die demnach eindeutig wissen, wo der Hammer hängt: etwa an Bernhard Kohl („Doping ist Betrug, bei mir war die Versuchung nie da“), Bill Clinton („I did not have sexual relations with that women, Miss Lewinsky“) oder Wolfgang Schüssel („Wenn wir Dritter werden, gehen wir in Opposition“).

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Gelobtes Land gelebter Wortspiele

Wie kommuniziert eine Stadt mit ihren BewohnerInnen – und was haben wir dem entgegenzusetzen?

Nerzmantel von rechts trifft auf Dreiteiler mit Aktentasche. Straßenbahnhaltestelle Alserstraße/Skodagasse – Grüß’ Sie, Herr Kommerzialrat! – Ja, guten Morgen Frau Doktor! Wie gehts Ihnen heute? – Ja, schlecht, wie immer! Und selbst? – Na, muss ja, muss ja! – kunstvoll gekünsteltes Lachen von beiden Seiten.

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„Wegweiszer suyet manthard, sad nemutam yin tikyrd.“ (Hevefunaszid)

Alien Vesi meszd sarimagda, farwenu xanaden beclan szömifiradron: kinha syamo ar 23. xuhunsza, 8 vio gosech, etrütar a keajut nauanenu feczem Wegweiszer. Queu öfret mysliu? Bast kemelübast am Budweiszer?

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Der Sprachspielfähigkeitskoeffiziententest (SSpFKT)

Mit der Sprache spielen ist Ihnen zu hoch, Sie sind froh, wenn Sie verstehen, was ich zu Ihnen sage? Sprachspiele sind für den Kindergarten, und Sie haben was Ernsthaftes zu tun? Sie reden mit sich selbst nur Volapük, und wenn Sie mit anderen deutsch reden, dann gleich in Schüttelreimen? Hereinspaziert. Nur noch zehn Antworten bis zu Ihrem exakten Sprachspielfähigkeitskoeffizienten (SSpFK)! Wer kommt heute noch ohne ihn aus?

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