Dostojewskij

Ana hod imma des Bummerl ...

Das Schicksal literarischer Klassiker ist die Tatsache, dass sie zwar jedermanns Wertschätzung als Kulturgut an sich genießen, jedoch meist ungelesen verstauben. Und das ist verständlicherweise das Traurigste, was einem als Buch passieren kann.

Als uns seinerzeit in der Phase des pubertären Sturm und Drang Goethe, Schiller und Konsorten im intellektuellen Reclamformat entgegenstaksten, hinterließen sie einen eher eigenartigen Nachgeschmack. Irgendetwas zwischen Revolution und Wanderliedern, zwischen wogenden Ähren auf lichtdurchflutetem Felde und den unheilbaren Seelenqualen eines verschmähten Herzens, denen nicht selten Gewaltakte folgten.

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Mittleres Dutzend, schwarz, ungerade

„Точно: мелкая корысть и крупная корысть – не всё равно. Это дело пропорциональное.“

„Warum hat Goethe den Werther geschrieben?“ „Er hat schon den Vorschuß vom Verleger darauf gehabt, da hat er ihn doch auch schreiben müssen; und das Geld hatte er schon längst ausgegeben.“ – Im Fall des Werther war das boshafte Häme von Egon Friedell. Dostojewskijs Spieler (Игрок, Erstdruck 1867) wurde aber wirklich so geschrieben; und das Geld war nicht vielleicht versoffen, sondern verspielt, beim Roulette – womit nicht nur der Entstehungsgrund, sondern auch der Inhalt des „Romans“ (eher Novellchens) und seiner wenigen halbwegs lebensnahen Szenen zusammengefaßt ist.

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