Spiele

Raubern – eine Spielerfahrung

Wenn man mit alten Menschen arbeitet, kann man vieles lernen. Neben Lebensweisheit schlummert in vielen auch eine Menge Handlungswissen. Hat man Glück, so erfährt man davon und kann nun selbst davon profitieren. So geschehen in einem Wiener Tageszentrum, als die Rede aufs Kartenspielen kam.

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The Straights of San Francisco

Poker StraightsDire Straights? Straight jacket? Flache Wortwitze drängen sich auf. In Wirklichkeit grinse ich aber nur, weil ich so ein gutes Blatt habe.

Bei einer landesüblichen Partie Draw Poker gibt es 10 200 mögliche Straßen, neudeutsch: Straights. Nachdem die Gesamtzahl der möglichen Blätter 2 598 960 beträgt, hält man also nach dem Austeilen mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 0,00392 eine Straße in der Hand; das heißt, nicht ganz einmal in 254 Runden. Unnütze Information? Ja. Wem ein Stein auf den Kopf fällt, der rechnet nicht aus, wie wahrscheinlich das war; noch weniger, wem kein Stein auf den Kopf fällt.

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Würfel, Chips, Sitzfleisch und Elfen

rollenspielbildDie meisten Menschen werden irgendwann erwachsen, die wenigsten hören auf zu spielen. Warum auch? Es macht Spaß. Aber gerade deshalb tragen Spiele stets einen kindlichen Hauch mit sich, dabei ist die Grenze zwischen „Spiel“ und „Ernst“ eine verschwommene, ja vielleicht sowieso nur Einbildung oder sozialkulturelles Diktat unserer Vorfahren. Zum Spielen braucht man Fantasie, vor allem für die Königsklasse, die Rollenspiele. Und manchmal gibt es nichts Schöneres als für ein paar Stunden eine andere Person zu sein, wenn auch nur im Geiste. Aber was nun, worum geht’s hier eigentlich genau? Gönnen wir uns doch einen kleinen Blick in die Welt der Pen & Paper Games.

Erklär mal deinem Schwiegervater (Erstprofession: Postbeamter, Zweitprofession: Schmetterlingspräparator) was ein Tisch-Rollenspiel ist und zwar möglichst so, dass er sich danach nicht Sorgen um seine Tochter macht, weil er sie an einen realitätsfremden, verspielten Wahnsinnigen verloren hat. Erklär ihm mal, dass du in die Rolle eines Zwerges schlüpfst und diese für bis zu 12 Stunden (möglichst) nicht mehr verlässt, dass es einen Spielleiter gibt aber keinerlei Spielplan, Figuren oder Ähnliches. „Und der Spielleiter sagt euch, was ihr zu tun habt?“

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„Jenseits von Theben“ – Archäologie lebt ...

Spielefreaks aufgepasst! Wer von klassischen Würfelspielen sowie drögen, auf reine Geldmaximierung ausgerichteten Spielen genug hat und sich zudem ärgert, dass man immer warten muss, bis eine ganze Runde zu Ende ist, bevor man selbst wieder an der Reihe ist, der wird „Jenseits von Theben“ lieben. Warum?

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„Carcassonne“ – Enthusiasten : Ästheten oder Bösewichter

Wer ein Fan des „Spiel des Jahres 2001“ (Spieleautor: Klaus-Jürgen Wrede) ist, hat entweder viel Freude daran aus kleinen anzulegenden Kärtchen mit Wiesen-, Burg-, Kloster- und Straßensymbolen eine schöne Spielfläche zu gestalten oder mittels der diversen Spielfiguren eigentlich gegnerische Gebiete unter die eigene Kontrolle zu bringen.

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„St. Petersburg“: Handwerker kaufen, Gebäude bauen und Adelige bestechen …

2004 war „St. Petersburg“ für das „Spiel des Jahres“ nominiert und konnte sich (leider) nicht gegen „Villa Paletti“ durchsetzen – der „Deutsche Spielepreis“ und der „Preis der Wiener Spiele Akademie“ war dem Wurf von Michael Tummelhofer jedoch vergönnt.

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Tor! … äh, Matt, meinte ich

Baggers neue Schachecke

bild1Vor etwa achtzig Jahren, sagt die Anekdote, betrat der Großmeister S. Tartakower einen Londoner Schachclub und wettete, er habe eine Schachaufgabe parat, die niemand lösen könne: Position wie in Bild 1, Weiß zieht und setzt in einem Zug matt. – Geht nicht, oder? Nachdem alle bezahlt hatten, verriet er den Trick: Weiß zieht den Bauern auf b8 und verwandelt ihn in einen schwarzen Springer. Daß nämlich das Endprodukt einer Bauernverwandlung dieselbe Farbe haben muß wie der Bauer vorher, stand damals noch nicht in den Schachregeln. Anschließend wurde es (zweifellos von den beleidigten Clubkollegen) hineingeschrieben, um peinliche Momente bei Turnieren zu vermeiden; und das war bis dato die letzte Regeländerung in der Geschichte des Schachspiels.

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Spiel mir das Lied vom Tod

Ein Spiel mit dem Tod ist dieser Film allemal. Mit dem Western hat er dennoch wenig zu tun. Viel eher mit dem Manierismus, einer Stilepoche zwischen Hochrenaissance und Frühbarock, jenem Übergang vom Streben nach Vollkommenheit und Harmonie zu barocker Üppigkeit. Manieristische Vorlieben finden im Regisseur Peter Greenaway ihre Entsprechung: Überraschungen, Widersprüchlichkeiten, Skurrilitäten und Groteskes. Allem voran aber die Allegorien, als ein „etwas anderes Sagen“. Der Film „Drowning by Numbers“ („Verschwörung der Frauen“, 1988, GB) ist voll von diesen. Bedeutungsgeladene Darstellungen, intellektuelle Spielereien und Anspielungen – ein Rätsel nach dem anderen, das entschlüsselt werden will. Oder aber man lehnt sich einfach zurück und frönt dem Schauspiel:

Der Sternenhimmel. Darunter ein seilhüpfendes Mädchen mit auftoupiertem, langem Haar und barockem Kleid – die lebendig gewordene Figur von Velázquez’ Malerei der Infantin Margaretha Theresa nämlich. Das Mädchen blickt in den Himmel, zählt laut die Sterne: „Eins – Antares, zwei – Capella, drei – Canopus …“. Bei „Hundert – Elektra“ hört es auf. „Wieso zählst du nur hundert?“ fragt eine vorbeikommende Frau. „Hundert sind genug. Wenn man bis Hundert gezählt hat, sind alle anderen Hundert gleich.“
Die Frau, Cissie Collpits, geht weiter durch die Nacht, am Weg nach Hause, vorbei an einem Baum, der in weißer Farbe die Nummer Eins trägt. Nummer Zwei ist an einer Badewanne angebracht, in der sich gerade ihr Mann, der Gärtner Jake, mit einer anderen Frau vergnügt. In der nächsten Szene wird Cissie ihn darin ertränken.

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