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Eine Serie über die heimische Musikszene - Mit Interviews, Reportagen und vieles mehr, was das grabende Herz begehrt.

hier & jetzt: Sir Tralala

sir tralalaDavid Hebenstreit ist ein Genie. Das wissen zwar nur wenige, aber das ändert nichts daran.
Voriges Jahr schon hatte er die Veröffentlichung seines Zweitlingswerks angekündigt, aber dann doch nur ein paar Songs ausgekoppelt, um sie auf eine Vinyl-EP zu pressen. Am 6. Mai 2009 aber war es endlich so weit: „Escaping Dystopia“ wurde – samt bezaubernden Visuals, Videos und Pyrotechnik – im Rhiz präsentiert. Ein Album, das keine Fragen offen läßt, aber auch nicht die Absicht hat, einen mit einfachen Antworten abzuspeisen.

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hier & jetzt: patrick wagner (surrogat, kitty yo, louisville)

Patrick Wagner im Interview.

Surrogat haben Anfang dieses Jahrzehnts polarisiert wie keine andere Band im deutschsprachigen Raum. Ihre Musik war und ist ruppig und kompromisslos, schont weder Publikum noch Produzenten. Selten war Rock so direkt, schnörkellos auf den Punkt und ohne Vorbehalte selbstherrlich. Die Zeit der Raunzerei war kurzfristig vorbei, aber das hatte auch seinen Preis: Diese Kompromisslosigkeit und ihre unkorrumpierbare Haltung im Allgemeinen wurden der Band nämlich – jedenfalls kommerziell – zum Verhängnis. Ich habe mit dem Frontmann Patrick Wagner, der mittlerweile die Seite gewechselt hat und nach Kitty-Yo seine zweite Plattenfirma Louisville Records führt, in den letzten Monaten sporadisch gemailt. Der vorläufige Höhepunkt dieses Briefwechsels wird nun hier abgedruckt:

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Eva Jantschitsch über Gustav

Gustav ist vermutlich eine der undurchsichtigsten Figuren dieser Stadt. Mehrdeutigkeit ist bei ihr Programm. Vor vier Jahren hat sie mit ihrem Debut (Rettet die Wale) ins Schwarze getroffen aber sich dennoch rar gemacht und bedeckt gehalten, auf eventuelle Erwarungshaltungen gepfiffen und bedächtig an dem unlängst erschienenen Nachfolger (Verlass die Stadt) geschraubt.

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Das bisschen Dekadenz wird uns nicht schaden: JA, PANIK

Ja, Panik ist zur Zeit vielleicht die zwingendste Band des Landes und das nicht ohne Grund: auf ihrem Zweitlingswerk The Taste And The Money (Schönwetter 2007) demonstrieren sie neben musikalischen Qualitäten (die Platte knallt!) auch inhaltliche Grösse (die Platte trifft!). Grund genug, sich den Texter, Gitarristen und Sänger Andreas Spechtl mal genauer vorzunehmen. Ende Februar hat die Kapelle ein sensationelles Auswärtsgastspiel im Berliner Bang-Bang-Club gegeben und im Anschluss wurde ein bierseliges Gespräch mitgeschnitten. Es ging dabei in erster Linie um inhaltliche Fragezeichen/Details – das mag mitunter wie penetrante Klugscheißerei wirken und auch so manche(n) verschrecken. Gut so.

„Die erste Ja, Panik Platte war ein Experiment und ein Austesten an sich selbst, die zweite war eigentlich von vorn herein viel durchgeplanter. Die Platte ist fast ein Konzeptalbum.“ Nicht nur gibt es retrospektiv ein Programm zur Platte (bei den Konzerten als charmante Reclam-Imitation zu erwerben), sondern auch in sich ruht die Platte in ihrer allgegenwärtigen Unruhe. Es geht um Selbstzerfleischung, Wut und Orientierungslosigkeit aber auch um Euphorie, Fremd- und Eigenliebe – vorgetragen mit großem Pathos und relativiert mit maximaler Wurstigkeit. Ein Thema, das Spechtl besonders belastet, ist der latente Sexismus, dem man sich im Rahmen einer Mann-schaft auch dann nur sehr schwer entziehen kann, wenn man lautstark dagegen revoltiert: „Unsere Existenz als Jungsband ist ja fast ein Hilfeschrei. Weil eigentlich sind wir ja auch nur das, was wir kritisieren. Wir sind halt auch nur eine Jungsband. Im Endeffekt: warum reißen wir großartig die Gosch’n auf? Wir sind ja eh genauso (…) und es ist einfach eine schreckliche Erkenntnis, wie es ist, wenn auf einmal eine Frau dabei ist, wie sich das Verhalten von jedem ändert.“

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„Zwischengefühle“ – ein charmantes Kaffeekränzchen mit Franz Adrian Wenzl und Klaus Mitter von Kreisky.

Kreisky, die in diesem Frühjahr ihre selbstbetitelte Debutplatte veröffentlich haben, müssen unbedingt zur Sonnenseite der hiesigen Musikszene gerechnet werden. Eine Kapelle, die tut, was sie für richtig hält, ohne notwendigerweise ungenießbar zu sein und also ohne sich zwanghaft selbst zu sabotieren. Die vier Herrschaften machen schon seit geraumer Zeit Musik und haben sich nach diversen Ausflügen in die verschiedensten Richtungen des Wiener Untergrunds nun zu Kreisky formiert, die zwar deutschsprachige Rockmusik machten, sich vom Deutschrockgenre aber deutlich distanzieren. Ich habe mich mit dem Sänger (FAW) und dem Schlagzeuger (KM) der Band in einem altehrwürdigen Wiener Kaffeehaus getroffen.

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