Wissenschaft
Weltuntergang übermorgen

Über das Leben nach dem Ende des Maya-Kalenders und warum uns auch dann nicht langweilig wird.
Wenn wir 2012 gut überstanden haben, thront wohl über allen drohenden Übeln nach wie vor der Klimawandel, dem wir uns nun widmen wollen. Für alle ZweiflerInnen sei hier noch einmal ganz wissenschaftsnah zusammengefasst, warum er zwar schon ernst zu nehmen, Hysterie aber auch etwas unangebracht ist.
Natürlich ändert sich das Klima der Erde immer wieder auch naturbedingt. Allerdings verzeichnen wir in den letzten fünfzig Jahren einen massiven Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre (insbesondere Kohlendioxid und Methan, wovon Zweiteres in geringerem Ausmaß vorkommt, aber einen stärkeren Einfluss auf die Erwärmung hat).
Das seltsame Spiegelbild des Universums
Die Welt steckt voller augenscheinlicher und verborgener Symmetrien; spannend wird es aber oft dort, wo Symmetrien gebrochen werden. Eine kurze Geschichte der verletzten Invarianzen.
Das menschliche Auge und sein Bildentstehungszentrum Gehirn suchen in allem Wahrgenommenen nach Mustern und Formen, nach Strukturen und Symmetrien. Ebenmaße (gr. symmetria) fallen zwar unmittelbar auf, langweilen aber gleichermaßen schnell. In diesem Sinne könnte behauptet werden, dass allzu symmetrische Arrangements oder sich selbst reproduzierende Muster im Allgemeinen als synthetisch aufgefasst werden, wenngleich Regeln von Bildästhetik und Bildkomposition freilich den jeweils herrschenden Kunstauffassungen unterliegen.
→ zum ArtikelEin schwarzes Schaf für Santa Claus

Asymmetrie und wie sie uns überlistet.
Können Sie in Spiegelschrift schreiben, wie Leonardo da Vinci? – Doch. Nehmen Sie einen Stift in Ihre bevorzugte Schreibhand, und halten Sie sich mit der anderen einen Notizblock vor die Stirn. Jetzt führen Sie den Stift zum Block und schreiben groß (von mir aus in Blockschrift) Ihren Vornamen drauf. Nehmen Sie den Block herunter, und lesen Sie nach. Wenn Sie so sind wie die meisten Menschen, haben Sie gerade Ihren Namen in Spiegelschrift geschrieben, ohne es zu merken. Sollten Sie geschummelt und dabei in den Spiegel geschaut haben, haben Sie die Schrift im Spiegel richtig herum gesehen. Leonardo schrieb natürlich nicht vor der Stirn, sondern ganz normal auf einem Pult – spiegelverkehrt, damit niemand seine Aufzeichnungen lesen konnte. Heute trifft man manchmal Volksschüler, die zum Spaß dasselbe machen – vor etlichen hundert Jahren, als die wenigsten Leute lesen konnten, war der Geheimhaltungseffekt größer.
→ zum ArtikelPräzension "Die Elixiere des M."
Nostradamus, wissen wir, hat die gesamte Weltgeschichte vorhergesehen. Seit nun ein Bagger das Licht der Druckerschwärze erblickt hat, der genau dieses Faktum konstatiert, fragt sich die Zunft der Nostradamiten: Wo ist Maître Michels Präzension dieses Artikels beziehungsweise dieses Baggers?
→ zum ArtikelSechs Richtige für Deppen
Wie heißt’s im Lotto? Alles ist möglich – fix ist nur, dass der Zufall regiert. Deshalb wird es Zeit, ihm das Zepter aus der Hand zu reißen.
Sie haben zumindest ein Mal ihr Glück im Lotto versucht? Falls Ihnen das Glück auch hold war, gratuliere ich Ihnen von Herzen, Sie haben es sicher verdient. Ansonsten sollten Sie den Kopf nicht hängen lassen. Sie haben nämlich nicht nur zum großen Glück einiger anderer, sondern auch zum kleinen Glück vieler anderer beigetragen – mit der Entrichtung der so genannten „Deppensteuer“ konnten Sie einen nicht unbedeutenden Beitrag zum Wohle der Gesellschaft leisten (nachdem sich zunächst der Finanzminister über etwa ein Viertel des Wetteinsatzes freuen durfte).
→ zum ArtikelDie Elixiere des Monstradabus
Wie man jedes Detail der Weltgeschichte vorhersagt.
Wenn Prophezeiungen tatsächlich eintreffen, hat das manchmal mit Glück zu tun. Zum Beispiel errechneten seit 1990 an jedem Silvesterabend ein paar Astrologen, Papst Johannes Paul II. werde im kommenden Jahr sterben. Die es für 2005 taten, hatten Glück, alle davor Pech. Zum Glück gibt es einige Strategien, um solches Pech zu vermeiden.
→ zum ArtikelDas Glück ist ein Schulfach
Lehrer unterrichten keine Fächer, sondern Menschen. Über das Erlernen von Glück. In der Schule.
Es ist frühmorgens an der Willy-Hellpach-Schule in Heidelberg und Aufregung liegt in der Luft. Die mündliche Abiturprüfung steht an, alle Schüler sind bereits da. Außer einem: Florian taucht nicht und nicht auf. Schuldirektor Ernst Fritz-Schubert macht sich kurzerhand auf den Weg, um ihn zu suchen. Er fragt in der Klasse herum, wo er sein könnte und tatsächlich findet er ihn kurz später in seiner Wohnung.
→ zum ArtikelIst Glück berechenbar?
Ob man Glück und sein Eintreten wirklich berechnen kann ist eine schwierige Frage. Die Philosophen des Utilitarismus wagten eine bejahende Antwort. Wie eine solche Glücksrechnung aussieht, will nachfolgender Artikel zeigen – Mitrechner sind herzlich eingeladen gedanklich mitzutun!
Jeremy Bentham und John Stuart Mill gelten als die Hauptvertreter der philosophischen Strömung des Utilitarismus. Sie forderten das „größte Glück“ für die „größte Zahl“ an Menschen. Dies war in Zeiten der sozialen und industriellen Frage des 18. und 19. Jahrhunderts eine revolutionäre und gut gemeinte Forderung. Doch was ist Glück und wie erlangt die Menge dieses Glück?
→ zum ArtikelZeta Reticuli
Wie man sein Netz nach den Sternen auswirft.
Praktisch jedes europäische Volksschulkind kann seinem Geburtsdatum ein Sternzeichen zuordnen. Erwachsene Menschen laufen frei herum, die einen fast zum Analphabeten stempeln, wenn man seinen Aszendenten nicht zu nennen weiß. Und wer hat noch nie sein Horoskop gelesen? Sie? Auch nicht das im Bagger? Sie sind ein Lügner. Trotzdem: führen Sie einmal irgendwen in einer klaren Nacht auf den Hausberg Ihrer Stadt und bitten ihn, Ihnen ein paar Sternbilder zu zeigen. Wenn er es kann, ist er wahrscheinlich ein Berufsastronom. (Kein Astrologe – die benutzen heutzutage nur noch Computerprogramme, denen noch dazu meistens Sternkarten aus dem Hochmittelalter zugrundeliegen.) Schauen Sie selbst in den Sternenhimmel!
Faden, Knoten, Zwetschkenknödel
„Man muss messen, was messbar ist; und messbar machen, was nicht messbar ist.“
(Galileo Galilei)
„Wie lautet das Ergebnis?“ – „Fünf.“ – „Fünf was? Zwetschkenknödel?“ Wem diese Standardszene des österreichischen Mathematik- bzw. Physikunterrichtes bekannt vorkommt, der_die weiß um die Wichtigkeit der korrekten Maßangabe. Und wer sich von diesem ausgelatschten Knödelschmäh genervt fühlte, sollte bedenken, dass der gesellschaftliche Alltagstrott ohne Messungen nicht zu bewältigen wäre. Ohne Zeitmessung keine Verabredung ergo keine Liebesbeziehungen; ohne Zeit-, Höhen- oder Weitenmessung keine Sportveranstaltungen, deren Abwesenheit das Fernsehen zu langweiligem Kulturkonsum verkommen lassen würde; ohne Temperaturmessung kein Wetterbericht (Gott behüte “den auf der Bagger-Homepage!”) – und wir würden nicht mehr wissen, worüber wir überhaupt reden sollten.
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