#10 - Essen, Jun 09

EssenDies ist die 10. Ausgabe des Baggers und sie wartet nur darauf, verschlungen zu werden. Um die enthaltenen Leckerbissen besonders schmackhaft zu machen, haben wir uns etwas Spezielles überlegt und unsere erste durchgehend farbige Papierbaumaschine produziert. Entsprechend bunt gestaltet sich dann auch der Inhalt: Angefangen von der kulinarischen Kulturdebatte und der Behandlung der Konsumproblematik, über Essen, das anders ist, aussieht oder schmeckt als es sollte, über Essen in dünner Luft bis hin zur Lösung der Hungerproblematik haben wir einen ausgewogenen Lektüremenüplan zusammengestellt und mit geschmackssicher ausgewählten Kulturhäppchen verfeinert.

Die höchstgelegene Bäckerei der Welt

Am Ende der Welt, am Fuß des Mount Everest. Auf 5300 Metern Höhe, umgeben vom ewigen Eis des Khumbu-Gletschers. Inmitten der bunten Zeltstadt des Everest Base Camps verkauft Dawa Sherpa ofenfrischen Apfelkuchen. Er hat eine Marktlücke entdeckt.

EverestWieder lässt sich ein Wanderer auf einen der weißen Plastiksesseln fallen. Erschöpft, aber glücklich. Draußen schneit es, in dem blauen fünf-mal-zehn-Meter-Zelt ist es warm – und es riecht nach Apfelkuchen. Etliche Bergsteigerbäuche warten darauf, dass das nächste Backblech umhergereicht wird. Fast könnte man vergessen, dass man fünf Tagesmärsche von der nächsten ständigen Menschensiedlung entfernt ist.

weiter...

DageGEN! DageGEN! DageGEN!

Ich bin Österreicher und es geht um Gentechnik und Essen & Landwirtschaft im Allgemeinen. Mit der Überschrift sollte eigentlich alles gesagt sein. Oder doch nicht?
Wie schon früher bei Matheschularbeiten lohnt es sich, zu differenzieren. Ein Versuch.

Es gibt einen klassischen Fehler, den alle Ex­tre­mistenInnen (egal ob links, rechts oder Mitte) begehen: Sie glauben, sie sind als einzige/r im Besitz der alleinigen Wahrheit und halten sich für so fehlbar wie der Papst. Das Problem dabei: Man ändert dabei seine Standpunkte ebenso so schnell wie das Väterchen der Katholiken. In einer schnelllebigen Welt wie der der Gentechnik eine etwas suboptimale Ausgangslage.

weiter...

Fettfrei in die Fressnot

Die Welternährungsorganisation FAO schätzt, dass die Zahl der hungernden Menschen im Jahr 2008 rund 1 Milliarde (das ist ca. jeder siebte Mensch) betrug, Tendenz steigend. In unregelmäßigen Abständen bricht auf einem der Urlaubskontinente eine sogenannte „Hungersnot“ aus und ausgewählte Nachrichtensender berichten auch darüber. Dann werden mitunter Bilder von apathischen, blähbauchigen Kindern mit Fliegen im Gesicht gezeigt und abwechselnd das Klima und die Politik beschuldigt, manchmal auch AIDS.

weiter...

Hungerproblem ade?

kurze BeschreibungWie sich durch ein geometrisches Konstrukt beinahe das Welthungerproblem lösen lässt und warum alles ein Ende hat, nur die Wurst keines.

Im Jahre des Herrn 1882 hatte ein kleiner Mann eine große Idee. Der Mann hieß Felix Klein und seine große Idee bestand darin, eine einseitige geschlossene 2-dimensionale Fläche zu konstruieren, die sich obendrein im 3-dimensionalen Raum darstellen lässt. Leider mit einem kleinen Schönheitsfehler, der, wie wir sehen werden, gravierende Auswirkungen hat und der darin besteht, dass wir zur vollkommenen Verwirklichung jenes Konstruktes eine weitere Dimension benötigen, also einen 4-dimensionalen Raum. Für Physiker kein Problem, wofür haben wir die Zeit? Doch hat die Zeit als vierte Dimension den entscheidenden Nachteil, dass sich Linien und Flächen im Allgemeinen nicht zwischen 2 Sekunden zeichnen lassen. Daher wollen wir einen mathematischen Zugang wählen und das Problem mit der Vorstellung höherer Dimensionen elegant umschiffen.

weiter...

Lektüre für die Magennerven

Hunger! – Wir haben noch ein paar Bücher im Kühlschrank.

Kühlschrank„Hercule Poirot saß am Frühstückstisch. Zu seiner Rechten stand eine dampfende Tasse Schokolade. Er war von jeher naschhaft gewesen. Neben der Schokolade lag eine Brioche. Sie bildete eine willkommene Ergänzung zur Schokolade. Er nickte zustimmend. Sie stammte aus dem vierten Laden, den er der Reihe nach probiert hatte. Es war eine dänische Pâtisserie, aber der nahegelegenen angeblich französischen bei weitem überlegen. Reiner Betrug war das dort gewesen.“

weiter...

Das Wiener Gemüseorchester

Das Wiener Gemüseorchester (WGO) ist ein kleines Ensemble, das mit Gemüse spielt. Auf Gemüse spielt. Mit frischem Gemüse.

Das WGO gibt es seit 1998. Und schon damals spielten sie in Berlin. In Deutschland sind sie vielleicht bekannter als in Österreich. Und sie haben schon die halbe Welt bereist: eine kleine Auflistung in Dreiergruppen: Beirut Barcelona Bristol, Athen Hongkong Aarhus, Ulm Köln Utrecht, Modena Valencia Schweden, Nanterre London Potenza, Leeds Shanghai Tartu.

Aus der Website: Dem Gemüseorchester sind keine musikalischen Grenzen gesetzt. Die unterschiedlichsten Stile fließen hier zusammen: die Gegenwartsmusik, beat-oriented House, experimentelle elektronische Musik, Free Jazz, Noise, Dub, Clicks‘n‘Cuts – der musikalische Umfang und Spielraum wird ständig erweitert und die gerade entwickelten Instrumente mit ihren spezifischen Sounds bestimmen oft die Richtung.

weiter...

hier & jetzt: Sir Tralala

sir tralalaDavid Hebenstreit ist ein Genie. Das wissen zwar nur wenige, aber das ändert nichts daran.
Voriges Jahr schon hatte er die Veröffentlichung seines Zweitlingswerks angekündigt, aber dann doch nur ein paar Songs ausgekoppelt, um sie auf eine Vinyl-EP zu pressen. Am 6. Mai 2009 aber war es endlich so weit: „Escaping Dystopia“ wurde – samt bezaubernden Visuals, Videos und Pyrotechnik – im Rhiz präsentiert. Ein Album, das keine Fragen offen läßt, aber auch nicht die Absicht hat, einen mit einfachen Antworten abzuspeisen.

weiter...

M185 – Transformers (2009/speed of light)

transformersHeinz Wolf, Wolfram Leitner, Joerg Skischally, Roland Reiter und Alexander Diesenreiter wissen sehr genau, was sie da machen: Cleveren Rock. Längere Zeit schon, scheint mir, hat es in Wien keine Band gegeben, die Indierock serviert, der sexy klingt ohne gleich „poppig“ zu sein.

weiter...

Das trojanische Pferd – Das trojanische Pferd (2009/Cheap Rec. Rocks)

das trojanische PferdDas Konzept des trojanischen Pferds erklärt sich aus dem Bandnamen selbst: Melodie und Arrangement funktionieren als Geleitschutz für ernst Gemeintes fern ab von Ironie und Zitat. Und so formuliert es auch Sänger und Gitarrist Hubert Weinheimer in dem Song „Wartezeit“.

weiter...

Tafelmusik mal anders: „Finnish Tango vom „tango-orkestri unto“

tango-orkestri untoWer sich an Telemanns barocken Tafelmusikklängen bereits satt gehört hat, der sollte zur CD des sympathischen finnischen Tangoorchesters (das im April im Wiener Konzerthaus für große Begeisterung sorgte) greifen – selten wird Tango so warm und (im positiven Sinne) schlafliedartig – vert

weiter...

Seiten

RSS - #10 - Essen, Jun 09 abonnieren