#11 - Maschine, Sep 09

Maschine Hier ist der Bagger 11.0! Er wird Ihnen mit seiner komfortablen Handhabung und einem geräuscharmen Betrieb hoffentlich viel Freude bereiten. Sie können zwischen mehreren Einstellungen wählen: Je nach Auswahl ist Ihr Gerät beispielsweise als Weltmaschine, Landmaschine, Schachautomat, coin-operated-boy, Turing-Maschine, tschechischen Roboter oder als Perpetuum Mobile nutzbar. Maximale Leistung wird dadurch erreicht, dass Sie alle Einstellungen auswählen. Bitte beachten Sie dabei verschiedenste Zusatzhinweise am Display. Reinigen Sie den Bagger am besten mit einem trockenen Tuch. Somit wünschen wir Ihnen viel Vergnügen mit dem Herbstbagger – sollte diese Maschine wider Erwarten Ihre hohen Ansprüche nicht zufrieden stellen können, dann wenden Sie sich bitte an unsere "Serviceabteilung":internal:contact/Redaktion.

Test der Turingmaschine

Über die Genialität einer Maschine, den Wahnsinn der Gesellschaft und die Künstlichkeit der Intelligenz

Entschlossen, einen umfassenden, informativen und fesselnden Artikel über Alan Turing und die Geschichte der nach ihm benannten Maschine zu schreiben, habe ich am Schreibtisch Platz genommen und erst einmal den Computer hochgefahren. Eine Maschine, deren Möglichkeiten unbegrenzt erscheinen (sofern sich nicht eine vermeintliche Auswirkung des sogenannten Halteproblems – nämlich ein Computerabsturz – einstellt) und deren Innenleben, wie der Volksmund weiß, doch nur aus „Nullen und Einsen“ besteht. Die Idee, die einem solchen Gerät zugrunde liegt, stammt freilich gerade von jenem Alan Turing, einem englischen Mathematiker, dessen abstrakte Arbeiten zur Berechenbarkeit von Funktionen eine rasante Entwicklung eingeleitet haben, deren Auswüchse nun in weniger abstrakter Form und weniger strukturierter und schlichter Schönheit (erwähnt sei hier ein gewisser B. Gates) unser (Arbeits-)Leben dominieren.

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Ihr Turing-Test

Uns beschleicht ein gräßlicher Verdacht. Irgendjemand liest zweifellos den Bagger, löst die Rätzel und füllt die Tests aus. Aber was ist – o Graus! –, wenn unsere Leser eigens zum Baggerlesen konstruierte Androiden sind oder gar nur virtuell existieren? Nicht daß wir da mit viel Mühe eine Zeitung machen, und dann wird sie nur vom Geheimdienst oder der Chinesenmafia durch irgendeinen Computer gedreht. Schlaue Programme können heutzutage eine etwa fünfzehnminütige Konversation aufrechterhalten, ehe der Gesprächspartner sie als Maschine enttarnt – Ihnen bleiben also nach Adam Riese, Pausen nicht eingerechnet, gut 64 Sekunden pro Frage. Entlasten Sie sich – beweisen Sie, daß Sie Mensch sind! [ENTER]

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Out of Control?

Ein Blick in die Zukunft. Auslöschung oder Unsterblichkeit? Cyborg oder Maschinensklave?

Während mau* in Büchern, Filmen, Comics und Computerspielen schon seit Jahrzehnten von menschenähnlichen Haushaltshilfen träumt und vor übermenschlichen Killerrobotern und diktatorischen Computersystemen zittert, scheint die Realität allmählich die Fiktion einzuholen. In vielen Bereichen könnte es nur noch eine Frage gar nicht mehr so langer Zeit sein, bis uns menschgeschaffene Systeme ein- und überholen. Was passiert, wenn Wissenschaften und Verfahren wie Kybernetik, Robotik, Gentechnik und Nanotechnologie zusammenfinden und tatsächlich künstliche Intelligenz entsteht, die der menschlichen ebenbürtig werden kann?http://mindstalk.net/vinge/vinge-sing.html

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Schach dem kleinen Korsen

„Ein wenig Überlegung wird jedermann überzeugen, daß die Schwierigkeit, eine Maschine jegliches Spiel gewinnen zu lassen, kein bißchen größer ist […] als die, sie ein bestimmtes Spiel gewinnen zu lassen.“ (Poe)

Eines Nachmittags im Herbst 1769 führte ein gewisser François Pelletier, halb Physiker, halb Taschenspieler, am kaiserlichen Hof in Wien seine „magnetischen Spiele“ vor; er prahlte damit, daß seine Apparate auf bahnbrechenden Errungenschaften der französischen Wissenschaft beruhten. Pech für ihn: Neben Maria Theresia saß ihr Hofkammerrat Wolfgang Ritter von Kempelen, dessen Hobby mechanische Basteleien waren. Er erklärte ihr während des Programms die Tricks und behauptete keck, er könne etwas bauen, was den Franzosen weit in den Schatten stellen sollte.

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Peter Thiessen von der Hamburger Band KANTE

Kante Am 6. Juni 2009 gaben Kante im Rahmen der Wiener Festwochen ein umjubeltes Konzert in einem Innenhof „Am Schöpfwerk“, einem der berühmtberüchtigsten Sozialbauten Wiens. Im Anschluß hab ich mit Peter Thiessen ein wenig über seine Kapelle – die ich spätestens seit „Zombi“ (2004) für eine der besten der Welt halte – über die Musikmacherei sinniert.
Als Einsteig bietet sich natürlich der Rahmen an: die Wiener Festwochen. Diese Frage nach den Hochkultur-Bestrebungen vieler zeitgenössischer Rockformationen mag er nicht so recht. Er sieht da keine grundsätzlichen Barrieren, jedenfalls keine grundlegenden künstlerischen Differenzen.

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Der Nino aus Wien – Down in Albern (2009/Problembär)

Nino aus Wien - Down in Albern Mit einem halben Jahr Verspätung hab auch ich es kapiert. Ich muß gestehen, daß ich die erste Platte vom Nino ignoriert hab. Ich hab damals kurz reingehört und fühlte mich schon nach drei Nummern verarscht genug, um „the ocelot show“ lange Zeit nicht mehr zu hören. Das war aber ein Fehler – das vierte Lied war nämlich auch damals ein Geniestreich.

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Ernst Molden – Ohne Di (2009/monkey.)

Ernst Molden - Ohne Di Ernst Molden ist in vielerlei Hinsicht der Schutzheilige der heimischen Musiklandschaft. Auf „ohne di“ hat er seinen musikalischen Dunstkreis ein weiteres Mal ausgedehnt und präsentiert sich nun erstmals regulär mit den Musikern, mit denen er schon in den letzten beiden Jahren mehr und mehr zusammengearbeitet hat.

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Ja, Panik – The Angst and the Money (2009/Schönwetter)

Ja, Panik! - The Angst and the Money Ja, Panik kommen auf Album Nr. 3 in einem ziemlich sexy Outfit daher. War das Vorgängerwerk eher schroff, so wurden die Aufnahmen diesmal etwas aerodynamischer angelegt. Damit macht sich die Band aber nicht nur radiofreundlicher, sondern das steht den Songs auch wirklich sehr gut. Das Klangspektrum macht deutlich weiter auf und verhilft damit der Kontingenz (ich hasse das Wort, aber hier paßt es!) der spechtlschen Zeilen noch mehr zu ihrem Recht als zuvor.

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Momma‘s man

Eine filmische Anleitung, wie man sich familiären, beruflichen und sonstigen Verpflichtungen mehr oder weniger erfolgreich entzieht. (USA 2008, Regie: Azazel Jacobs)

Mikey ist Mitte Dreißig, glücklich verheiratet und stolzer Vater, mit seiner Frau und seiner wenige Monate alten Tochter lebt er in Kalifornien. Als er geschäftlich in New York zu tun hat, nützt er die Gelegenheit, um ein paar Tage bei seinen Eltern in Manhattan zu verbringen, in der alten, mit wunderlichen Apparaten, seltsamen Büchern und selbst gebastelten Kunstwerken bis unter die Decke voll geräumten Wohnung, in der er auch seine Kindheit verbracht hat.

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Wenn Singen weh tut

Qualtinger (c) shivaelectra/flickr.comÜber Gerhard Bronners und Helmut Qualtingers satirische Liedtexte, die Macht der Satire und die Gefahr der Umarmung.

Manchmal will man einfach nur ausbrechen. Ob aus einem nur mehr automatisiert ablaufenden beruflichen Alltag, der allzu vertraut gewordenen Lebensgemeinschaft oder dem Meeresurlaub mit Sardinencharakter – das Anderswo verspricht immer schöner und besser zu sein als das Hier und Jetzt. Sollten Sie zu jenen Personen gehören, die Gedanken Taten folgen lassen, sei Ihnen eines ans Herz gelegt: wenn schon Ausbruch, dann bitte stilvoll: Ein Ausbruch darf ruhig zelebriert und von langer Hand geplant werden, sollte im entscheidenden Moment aber dennoch spontan rüberkommen.

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