#12 - Netz, Dez 09

Netz Wie gewohnt bearbeiten wir auch in dieser Ausgabe ein weites Netz an Themenfeldern, spüren russische Waffenhändler am Viktoriasee auf, berichten über den Handel mit Fußballwunderkindern und hohen Tieren, verwickeln uns in theologische Auslegungen, finden uns am Sternenhimmel wieder, bringen Ordnung ins Wirrwarr der Einheiten und fahren mit der U-Bahn ans Ende der Welt. NETZ ist das Leitthema dieser Ausgabe.

Sehr geehrte Frau Innenministerin!

auf die zechn steign Ich hoffe, ich wende mich hier in Ihnen an die zuständige Persönlichkeit. Mein Anliegen ist folgendes: Schon seit einigen Wochen protestieren inzwischen die Studenten in den Unis. Wände werden beschmiert und andere Studenten, nämlich die fleißigen, vom Lernen abgehalten. Ewig wird über Blödsinn diskutiert und die ganze Zeit nur Party! Politik und Universitätsleitung sind offenbar unfähig dem Treiben Einhalt zu gebieten.
Wie ich in meiner Zeitung gelesen habe, wird das alles mit sogenannten „Social Networks“ organisiert. Wenn Sie schon nicht die Polizei hinschicken wollen (können?), könnten Sie als Innenminister dann nicht wenigstens überwachen, was da alles so organisiert wird?

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Viktoriabarsch und Waffenhandel

Viktoriasee

Wie Fischfang Menschen fesselt, wie strukturelle Ausbeutung ganz unbemerkt Millionen tötet.

In Ausgabe No. 2 vom Mai 2007 berichteten wir über die Situation in der D.R. Kongo. Allzu viel hat sich dort seitdem nicht zum Besseren gewandelt. Zeit also, wieder darüber zu berichten. Letztes Mal war der Rohstoffhandel Ausgangspunkt der Betrachtungen. Um weiter unterhaltsam zu bleiben, wollen wir diesmal einen anderen Blickwinkel wählen. Wie wär’s mit Welthandel und Waffengeschäft?

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Der geplatzte Fußball-Traum

Es ist der Traum vieler afrikanischer Kinder: Fußballstar werden und der Armut zuhause entfliehen. Europäische Talente-Scouts machen mit ihnen ein riesiges Geschäft.

„Tausende Talentscouts durchkämmen die provisorischen Fußballplätze in Afrika. Immer auf der Suche nach dem einen fantastischen Spieler, der dem Scout zu Reichtum verhelfen kann. Für so ein Wunderkind zahlen die Klubs zwischen sechs und sieben Millionen Euro“, erzählt Lars Madsen. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich eine regelrechte Industrie um die Fußballtalente gebildet, mit einigen wenigen Gewinnern – und vielen Verlierern.

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Interview mit keiner Netzgiraffe

Im Dienste seiner Leserschaft kennt der Bagger weder Höhen- noch Tiefenangst. Diesmal haben wir für Sie das vermutlich höchste Tier der Republik Österreich interviewt: den Giraffenbullen [Name aus Diskretionsgründen gestrichen] im Tiergarten Schönbrunn. Er gewährte uns das Gespräch im Austausch gegen eine Schubkarre frisches Akazienlaub. Bestechung? Mitnichten. Ein Freundschaftsgeschenk.

Zu Anfang muß ich Ihnen die Frage stellen, die allen unseren Lesern auf den Lippen brennt: Sind Sie eigentlich eine Netzgiraffe?
Ich muß doch sehr bitten! Betrachten Sie nur einmal, wie die Ränder meiner Schecken mit ihrem zarten Zackenmuster, beinah wie Fransen eines edlen Perserteppichs, sachte vom Orangebraunen ins Cremefarbige übergehen. Wie hingehauchte Blütenblätter, wie ein meisterliches Aquarell!

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They eat turtles, don't they?

© Greenpeace IndiaThis story is true. That does not make it much better. Good luck.

It all came to a head one night when I found myself crying in the sand outside a tent on an abandoned fishing wharf, with a very small mouse sitting be­side me, looking at me very sympathetically.
I was twenty one, doing a job that was way out of my league: researcher with one of the world’s biggest environmental organisations, and dreading the day when they would find out they had hired a child, and send me away with a pat on the head. To make matter much, much worse, my first assignment was in Orissa, India, a corner of the earth that god forgot, and the devil couldn’t be bothered with. I was six hours from the nearest town, ten hours from the nearest internet connection, and sixteen hours away from the nearest hot shower. And I was supposed to be saving a species from extinction.

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Zurück in die Zukunft!

Illusorisch, unfinanzierbar, weltfremd … das sind Schlagworte, mit denen die Forderungen der Bildungsprotest-Bewegung regelmäßig stigmatisiert wird.
Dass dies völliger Unsinn ist, zeigt ein kurzer Blick auf die maßgeblichen Veränderungen im Universitätsbereich in den letzten zehn Jahren. Die zentralen Anliegen betreffen nämlich durchgehend alte bildungspolitische Errungenschaften, die zuletzt einer ignoranten, arroganten und bildungsfeindlichen Politik zum Opfer gefallen sind.

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Im Netz des Propheten

Viel wird über den Koran geschrieben, gesprochen und gedeutet, doch wenige, scheint es, haben ihn zur Gänze gelesen. Der Bagger hat sich von vorne bis hinten durch dieses Werk gegraben und fügt nun einen weiteren fragwürdigen Knoten im Netz der kontroversen Rezeption dieses Werkes hinzu.

Der Koran ist arabisch. Da manche drin das Diktat und daher die Sprache eines überirdischen Wesens sehen, wird gerne behauptet, dass er nicht übersetzbar sei. Sollten Sie, geschätzter Leser, diese Meinung vertreten, wird empfohlen, diesen Artikel bei der eifrigen Lektüre der vorliegenden Zeitschrift zu überspringen. Er wird Ihnen keinen Aufschluss und keine neue Einsicht bringen. Diesem Artikel liegt die deutsche Übersetzung von Max Henning (siehe unten rechts) zugrunde.

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Zeta Reticuli

Wie man sein Netz nach den Sternen auswirft.

südlicher Sternhimmel Praktisch jedes europäische Volksschulkind kann seinem Geburtsdatum ein Sternzeichen zuordnen. Erwachsene Menschen laufen frei herum, die einen fast zum Analphabeten stempeln, wenn man seinen Aszendenten nicht zu nennen weiß. Und wer hat noch nie sein Horoskop gelesen? Sie? Auch nicht das im Bagger? Sie sind ein Lügner. Trotzdem: führen Sie einmal irgendwen in einer klaren Nacht auf den Hausberg Ihrer Stadt und bitten ihn, Ihnen ein paar Sternbilder zu zeigen. Wenn er es kann, ist er wahrscheinlich ein Berufsastronom. (Kein Astrologe – die benutzen heutzutage nur noch Computerprogramme, denen noch dazu meistens Sternkarten aus dem Hochmittelalter zugrundeliegen.) Schauen Sie selbst in den Sternenhimmel!

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Faden, Knoten, Zwetschkenknödel

Zwetschkenknödel„Man muss messen, was messbar ist; und messbar machen, was nicht messbar ist.“
(Galileo Galilei)

„Wie lautet das Ergebnis?“ – „Fünf.“ – „Fünf was? Zwetschkenknödel?“ Wem diese Standardszene des österreichischen Mathematik- bzw. Physikunterrichtes bekannt vorkommt, der_die weiß um die Wichtigkeit der korrekten Maßangabe. Und wer sich von diesem ausgelatschten Knödelschmäh genervt fühlte, sollte bedenken, dass der gesellschaftliche Alltagstrott ohne Messungen nicht zu bewältigen wäre. Ohne Zeitmessung keine Verabredung ergo keine Liebesbeziehungen; ohne Zeit-, Höhen- oder Weitenmessung keine Sportveranstaltungen, deren Abwesenheit das Fernsehen zu langweiligem Kulturkonsum verkommen lassen würde; ohne Temperaturmessung kein Wetterbericht (Gott behüte “den auf der Bagger-Homepage!”) – und wir würden nicht mehr wissen, worüber wir überhaupt reden sollten.

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Leistung verpflichtet ...

… Studenten und Begabtenförderungswerke zu was?

Leistung muss sich wieder lohnen – so lautet ein oft gehörter Wunsch, der nun in einer neuen Offenheit auch von (hoch) begabten (deutschen) Studierenden fordernd an Stiftungen und Begabtenförderungswerke herangetragen wird. Doch was können diese Einrichtungen bieten, was fordern sie und wem nutzt eine Aufnahme ins wissenschaftliche Netzwerk?

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