#12 - Netz, Dez 09

Netz Wie gewohnt bearbeiten wir auch in dieser Ausgabe ein weites Netz an Themenfeldern, spüren russische Waffenhändler am Viktoriasee auf, berichten über den Handel mit Fußballwunderkindern und hohen Tieren, verwickeln uns in theologische Auslegungen, finden uns am Sternenhimmel wieder, bringen Ordnung ins Wirrwarr der Einheiten und fahren mit der U-Bahn ans Ende der Welt. NETZ ist das Leitthema dieser Ausgabe.

Literarisch in die Ferne schweifen

Seefahrtsbücher von Zweig und Ransmayr im Vergleich

Eine eigentümliche Leseerfahrung liegt hinter mir: Zunächst machte ich mich mit dem Portugiesen Magellan auf in Richtung der Gewürzinseln, später folgte ich (dem Jahreszeitenwechsel gemäß) den Österreichern Payer und Weyprecht in die Weiten des Eismeers. Ein Lesebericht.

Inzwischen weiß ich mehr über entbehrungsreichen Seefahrten, die in ihrer Zeit herausragend waren. Beide Autoren, Zweig („Magellan. Der Mann und seine Tat“, 1937) und Ransmayr („Die Schrecken des Eises und der Finsternis“, 1987), werden nicht müde, dem Leser eindringlich klar zu machen, was es damals (im Gegensatz zum jegliche Form der Mobilität für selbstverständlich erachtenden Heute) bedeutete, eine solche Reise zu tun.

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Die Ballade von Marie und dem ewigen Regen

2006 ist von Vincent E. Noel ein Text erschienen mit dem Titel „Die Ballade von Marie und dem ewigen Regen“ mit seiner eigenen Umschlagsgestaltung, die den Namen „Solitude (Monodie#3) sans soleil“ trägt. Und was das Bild des Umschlages zeigt, ist Programm, denn der Text ist das System der Einsamkeit geschrieben wie in einem Guss.

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Spinnennetz – zu Ende gesponnen

Meist gibt es Anlaß zur Freude, wenn sich ein literarisches Fragment lange nach dem Tod des Autors doch noch als vollständiges Werk wiederherstellen läßt. Niemand freut sich aber, daß die verschollenen letzten 20 Kapitel von Joseph Roths Erstlingsroman „Das Spinnennetz“ nach nunmehr 86 Jahren Wartezeit den Weg aus dem Nachlaß in die Druckpresse finden.
Immer schon peinlich genug war die Hauptfigur: Theodor Lohse, entwurzelter Weltkriegsleutnant, Mitläufer, Nachsager, Antisemit aus allerniedrigsten persönlichen Gründen, Spitzel im Kampf gegen den Kommunismus (mit profundem Mangel an politischer Bildung), bei Gelegenheit Folterer und Totschläger.

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Schnittstellen. Eine Erzählung

Kapitel III

welches erzählt, wie sich unser trauriger Held aufrafft, um Einkäufe zu tätigen, nebst anderen Vorkommnissen*

Seit Tagen schon hatte ich nicht mehr das Haus verlassen; ich hatte keine Kraft zum Hinausgehen gehabt, oder ich hatte mir eingebildet, mir fehle die Kraft dazu.

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Tanja - Teil 2

Fortsetzung aus Bagger No. 11


Als ich zum ersten Mal bei ihr auf Besuch war wollte sie Sexualattentäter und Opfer spielen. Mit einem Bleistiftmesser musste ich sie bedrohen und ihre brettflache Knabenbrust streicheln.

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