Es wettert ordentlich

In den nächsten Tagen wirds gehörig wettern. Wolken ziehen vorbei und herum, die Sonne zeigt sich bei Gelegenheit. Regen regnets auch da und dort und hie und da herunter. Das alles scheint doch Tatbestand genug zu sein, um als Wetter bezeichnet werden zu dürfen (?)

Das dem Substantiv “Wetter” zugeordnete Verb “wettern” ist erstaunlicherweise doch sehr, sagen wir mal, ungemütlich besetzt und wird nahezu ausschließlich in Bezug auf Schlechtwettersituationen verwendet. Im übertragenen Sinne lässt es sich synonym für “schimpfen” verwenden (Was wiederum davon bezeugt, dass wir schlechtes Wetter als Strafe empfinden – bei deren Eintreten wir erst nach der Ursache suchen müssen. Aber perfekt ist ja nur Nobody, da findet sich dann ohnehin immer was – unaufgegessenes Gemüse zum Beispiel).

Warum wettert also nur schlechtes Wetter? Hat nicht z.B. Sonnenschein auch ein Anrecht auf ein Tun, anstatt eines bloßen Zustandes? Zugegeben – wenn man die verschiedenen Wettersituationen auf ihren Eventcharakter untersucht, zeigt sich schon, dass es bei Regen, Gewitter, Hagel, Sturm und dergleichen eher heftiger zugeht. Da gibt es Action, da tut sich was. Also, die Sonne scheint ja schon auch, und strahlt, aber das kann dann wohl doch nicht mithalten. Bloße Wolken fliegen auch nur ein träge herum, und Nebel ist überhaupt der Faulpelz unter den Wettererscheinungen.

Liebe Sonne, liebe Wolken, lieber Nebel: Tut uns leid, die Bemühungen sind zwar da, aber fürs wettern reichts leider nicht. Vielleicht beim nächsten Mal!

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