Zum Wetter nochmal

Der Wahlsonntag dämmert, und wer noch an die Demokratie glaubt, macht sich ans Beten. Vielleicht nicht gerade der Herr Bundespräsident, obwohl sein Umgotteswillen-geht-doch-bitte-wählen-wozu-sitz-ich-hier-denn-sonst-Appell schon etwas Stoßgebetartiges hat. Und nur sehr eigennützige Demokraten beten (oder lassen gar beten) um den eigenen Wahlerfolg. Wem daran gelegen ist, daß jeder im Volk seine persönliche Schmeißfliege erschlägt, damit alle das Gefühl haben, im Interesse des Landes die Insektenplage zu bekämpfen, der betet für Sonntag vor allem um mittelschlechtes Wetter.
Wie bitte? Sonnenklar: bei strahlendem Sonnenschein strömt das Stimmvieh morgens ins Grüne und kommt erst spät abends heim, wenn die Wahllokale schon zu haben. Wenn es aber Katzen und Hunde schneit, bleiben alle zuhause, trinken Tee und drehen maximal bei der ersten Hochrechnung den Fernseher auf, wo es dann heißt: Ui, nur 60% Wahlbeteiligung.

Naja, dann wollen wir mal sehen, was wir für die Leute tun können. Hier, exklusiv und nur für Baggerleser, das Wahlwetter.

Frühmorgens ist der Osten rot, und blutrote Sonne grüßt den Herrn Parteivorsitzenden mit einem herzlichen Dóbro jutro. (Man wundert sich? Wenn ich rot sage, meine ich auch rot.) Wer statt in Dunaj/Wien in Celovec/Klagenfurt rumhängt, sieht vielleicht stattdessen orange; angeblich macht das aggressiv, also nicht zu lang hinschauen – und erst recht nicht zum Ausgleich in den blauen Himmel starren wollen, denn speziell an Wahlsonntagen stellt Blau keinen Kontrast zu Orange dar. (Lila schon eher.)
Grüne Wiesen gibt es um die Jahreszeit noch, aber sie werden schon ein bißchen arg welk und lassen die Köpfchen hängen, um nicht zu sagen die Mundwinkel (metaphorisch gesprochen natürlich), fast so wie der Herr Witzekanzler und Strawanzminister, der schaut schon die ganze Zeit auf seinen Plakaten so drein wie sieben Tage Regenwetter. Und sein Kollege, der feyne Mann im Nadelstreif, hat sich auch schon von oben bis unten mit allen Salben geschmiert, an dem würde der stärkste Hagel abperlen. Sie sehen also wohl gemeinsam Schwarz am Horizont. Schwarzrot kariert. Kleinkariert. Aber sind das nun Frösche oder nicht? Schwierig, schwierig.
Als Bagger-Wetterfritze hätte ich ja immer noch am liebsten meine eigene Winzpartei. Die meisten davon kriegen ja mit 100%iger Sicherheit so viel Stimmen wie noch nie, also 100% Zuwachs. Darauf können sie dann einen trinken gehen: drei Maß Bier (danach kann man noch tadellos wählen, sagen die Bayern, die es wissen müssen) und eine Portion Rettöch.

Kommentare

Vielleicht

ist man auch gut beraten, sich vor der Wahl nocheinmal gehörig LIFten zu lassen.

allerdings.

faltig wird eh der wahlzettel.

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