Musik

Das Wiener Gemüseorchester

Das Wiener Gemüseorchester (WGO) ist ein kleines Ensemble, das mit Gemüse spielt. Auf Gemüse spielt. Mit frischem Gemüse.

Das WGO gibt es seit 1998. Und schon damals spielten sie in Berlin. In Deutschland sind sie vielleicht bekannter als in Österreich. Und sie haben schon die halbe Welt bereist: eine kleine Auflistung in Dreiergruppen: Beirut Barcelona Bristol, Athen Hongkong Aarhus, Ulm Köln Utrecht, Modena Valencia Schweden, Nanterre London Potenza, Leeds Shanghai Tartu.

Aus der Website: Dem Gemüseorchester sind keine musikalischen Grenzen gesetzt. Die unterschiedlichsten Stile fließen hier zusammen: die Gegenwartsmusik, beat-oriented House, experimentelle elektronische Musik, Free Jazz, Noise, Dub, Clicks‘n‘Cuts – der musikalische Umfang und Spielraum wird ständig erweitert und die gerade entwickelten Instrumente mit ihren spezifischen Sounds bestimmen oft die Richtung.

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hier & jetzt: Sir Tralala

sir tralalaDavid Hebenstreit ist ein Genie. Das wissen zwar nur wenige, aber das ändert nichts daran.
Voriges Jahr schon hatte er die Veröffentlichung seines Zweitlingswerks angekündigt, aber dann doch nur ein paar Songs ausgekoppelt, um sie auf eine Vinyl-EP zu pressen. Am 6. Mai 2009 aber war es endlich so weit: „Escaping Dystopia“ wurde – samt bezaubernden Visuals, Videos und Pyrotechnik – im Rhiz präsentiert. Ein Album, das keine Fragen offen läßt, aber auch nicht die Absicht hat, einen mit einfachen Antworten abzuspeisen.

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E-Mails aus dem Irak

Eine US-Soldatin, die im Irak als Querflötistin stationiert ist, hat sich etlichen trivialen Bagger-Fragen zu ihrem Alltag, ihren Beweggründen und ihren Eindrücken im Irak angenommen. Hier ihre ungekürzten und unkommentierten Antworten.

Where exactly are you stationed in Iraq?
In Bagdad.

What is your job?
I’m a musician (flute/piccolo player) with the 10th Mountain Division Band.

How long will you be there, since when have you been there?
I’ve been here since the beginning of ‘08 and will leave hopefully early 2009. I’m not sure when we are actually leaving.

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Paradiesische Klänge

Unsere Wanze hat sich nun, zur Erholung von all den Lügengeschichten, denen sie in der letzten Ausgabe lauschen musste, an einen Ort der Ruhe und Besinnung zurückgezogen. In das etwas düstere Arbeitszimmer des großen Komponisten Adrian, der gerade Besuch von seinem Jugendfreund und standhaften Begleiter und Verehrer Serenus bekommt. Dieser wird von der rührigen Haushälterin Ludmilla hereingeführt.

Adrian: Nun, Serenus, dass du dich einmal herablässt, einem verschrobenen und zurückgezogenen Musikus die Ehre zu erweisen, nett von dir, ganz nett.
Serenus: Du und deine Redensarten! Du weißt genau, wie gerne ich deine Gesellschaft in Anspruch nehme. Ganz im Gegenteil bist du es ja, der sich von Zeit zu Zeit unpässlich fühlt und außer Ludmilla niemanden empfängt, aber heute wirkst du ja recht frisch und munter.

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Schorsch Kamerun

Wenn es deutschsprachigen Punk gibt, der über viele Jahre relevant war und sich dennoch nie verraten hat, dann ist Schorsch Kamerun die Galionsfigur dieses Geisterschiffs. Geisterschiff deshalb, weil jedem, der sich damit beschäftigt hat, klar sein muß, daß Punk nicht für die Ewigkeit gebaut ist. Es ging nicht eigentlich um einen neuen Entwurf, sondern schlicht um einen Gegenentwurf zum aufkommenden Virtuosentum und den Star-Allüren der Rockmusik sowie einem demonstrativen Ins-Gesicht-Spucken in Bezug auf die kleinkarierte Genügsamkeit der Bürgerlichen mit ihrem Lieblingskind: Wirtschaftswachstum. Punk war insofern nicht eigentlich ein Rufzeichen, sondern wohl eher ein mit Gewalt gerade gehämmertes Fragezeichen. Und das auf allen Ebenen: Schließlich ist Anarchie kein politisches Programm, sondern schlicht die totale Verweigerung.

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Dies irae

oder: Denn alles Fleisch, es ist wie Grasoder auch Plädoyer für ein deutsches Requiem

Dies irae dies illa,
Solvet saeclum in favilla:
Teste David cum Sibylla.

Quantus tremor est futurus,
Quando iudex est venturus,
Cuncta stricte discussurus!
Tuba mirum spargens sonum
Per sepulcra regionum,
Coget omnes ante thronum.
(…)

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Girl Talk – Feed the Animals

Was haben wir damals gestaunt, als der Chemielehrer zwei klare Flüssigkeiten vermengte und plötzlich waberte eine tief violette Brühe im Becherglas. Ähnlich wie der Herr Professor arbeitet Gregg Gillis – nur statt Fluid zu Fluid werden hier schale Schallwellen zu einem eklektischen Klangkonglomerat vereint.

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The Dead Bodies – Cock Cock Cock Cock Xanadu Xanadu

Wie man aus dem Namen dieses Kurzalbums unschwer erkennen kann, wird hier Indie-Pop abgeliefert, Spielrichtung „leicht verschroben“. Nimmt man die Anfangsbuchstaben und liest sie als römische Ziffer, ergibt sich, arabisch geschrieben, die Zahl 420, was aber, da weitgehend frei von Bedeutung, nicht einmal als Zufall bezeichnet werden darf. Also zurück zur Musik.

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Die Musik der Straße

Einer Band liegen meist zwei Prinzipien zu Grunde, die einander sowohl fördern als auch blockieren oder sogar ausschließen können. Prinzip Nummer Eins lautet: „Musik machen“ und ist wohl so etwas wie ein Instinkt. Prinzip Nummer Zwei lautet: „Diese Musik verbreiten.“ Denn was nutzt die schönste Musik, wenn sie niemand hört? Aber muss Musik gehört werden, um eine Berechtigung zu haben? Tatsache ist, dass das Prinzip Zwei längst die Macht über Prinzip Eins übernommen hat. Die Frage lautet längst nicht mehr, wie können wir das bekannt machen, was wir produzieren, sondern: Was müssen wir produzieren, um es möglichst bekannt machen zu können!

Ein Sommermärchen, zwei Freunde im hohen Norden, eine perfekte Reise neigt sich ihrem Ende zu. Stockholm zeigt sich von seiner besten Seite, wir freuen uns auf ein abendliches Konzert im Vitabergspark, Kristofer Åström, Christian Kjellvander, Tiger Lou, was für ein Aufgebot!

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Eva Jantschitsch über Gustav

Gustav ist vermutlich eine der undurchsichtigsten Figuren dieser Stadt. Mehrdeutigkeit ist bei ihr Programm. Vor vier Jahren hat sie mit ihrem Debut (Rettet die Wale) ins Schwarze getroffen aber sich dennoch rar gemacht und bedeckt gehalten, auf eventuelle Erwarungshaltungen gepfiffen und bedächtig an dem unlängst erschienenen Nachfolger (Verlass die Stadt) geschraubt.

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