Kultur
Grundsteingasse 12
Der Ragnarhof schafft seit über 15 Jahren Freiraum für Künstler und Kunstinteressierte im sich rasch wandelnden Brunnenmarktviertel von Ottakring.
Im Jahr 1988 wurde das Gebäude Grundsteingasse 12 von dem Berliner Dr. Ragnar Mathey – einer Künstlernatur aus dem Industrieadel – gekauft. Ehemals beherbergte dieses Haus eine Kartonagenfabrik und stand bei der Übernahme kurz vor dem Abriss. Herr Dr. Mathey verhinderte dies und beheimatete verschiedenste Künstler in dem alten Industriebau. Ungefähr zur gleichen Zeit begannen sich auch in der näheren Umgebung in Ottakring Kunstschaffende anzusiedeln und zusammenzuschließen, wobei der Ragnarhof immer schon einen zentralen Treffpunkt bildete. » weiterlesen
Rezension: Ursprung Buam – Hitmix (Nonstop)
„Gemma gemma“ – oftmals zu hörende Aufforderung und symptomatisch für dieses großartige Album, das bekannte Hits der Ursprung Buam in völlig neuem Gewand in die Ohren und die Beine der überwältigten Hörer schießen lässt! Das neuartige Konzept der Adaptierung alter traditioneller Musik in zeitgemäßer Form, auch unter Verwendung moderner Stilmittel (drumcomputer) geht voll auf! » weiterlesen
Rezension: Thank you for Smoking
Der Lobbyist Nick Naylor hat es nicht leicht. Allein auf weiter Flur muss er die Tabakindustrie gegen Gesundheitsorganisationen, besorgte Mütter und Senatoren, die mit an Lungenkrebs erkrankten Kindern „bewaffnet“ in Talkshows antreten, beschützen. » weiterlesen
Rezension: Smoke und Blue in the Face – Welcome to Planet Brooklyn
Schriftsteller Paul Auster, bekannt für seine literarischen Verwirrspiele (Stadt aus Glas, Buch der Illusionen etc.), und Regisseur Wayne Wang haben sich 1995 zusammengetan, um zwei Filme über einen Tabakladen, vor allem aber über den New Yorker Stadtteil Brooklyn zu machen.
Auggie Wren (Harvey Keitel) ist Verkäufer in einem kleinen Kiosk in Brooklyn. Smoke erzählt Geschichten von ihm und seinen Kunden und Freunden. Da gibt es den Schriftsteller Paul Benjamin (William Hurt), der versucht, den Tod seiner Frau zu überwinden, oder den gewitzten Jugendlichen Rashid Cole (Harold Perrineau Jr.) auf der Suche nach seinem Vater. Der Tabakladen ist gleichzeitig sozialer Treffpunkt wie Zentrum bzw. Ausgangspunkt der verschiedenen Erzählstränge. » weiterlesen
Musik zu verschenken!
Während große Konzerne sich – besorgt um ihre armen Künstler – bemühen, das Copyright doch noch irgendwie vor den Angriffen böser illegaler, krimineller und unmoralischer Tauschbörsen zu retten, wächst – einstweilen noch still und heimlich – eine Alternative zu den traditionellen Vertriebswegen heran. Die Schlagworte: Netlabels und Creative Commons.
In der Öffentlichkeit drehte sich in den letzten Jahren alles um den Kampf zwischen Musikkonzernen wie Sony und EMI auf der einen Seite und Hompages wie die von Napster, Audiogalaxy oder Kazaa auf der anderen. Während nun die Musikindustrie und ihre Vertretungen damit beschäftigt waren, eine Tauschbörse nach der anderen in Grund und Boden zu klagen oder aufzukaufen, und mit dieser Methode eine Hydra gebahren, kroch direkt daneben noch ein weiteres Würmlein aus dem Nährboden des Internets, das sich gerade dazu anschickt, zu einem wahren Lindwurm zu werden. In den USA sind inzwischen Radiosendungen, die Netlabels-Musik spielen, keine Seltenheit mehr, Internet-Radios und sogenannte Podcasts machen das ohnehin schon des Längeren. » weiterlesen
Rezension: Patrik Ouředník – Europeana
Der Autor ist ein gebürtiger Tscheche – mütterlicherseits ein Halbfranzose – und lebt seit 1985 als Schriftsteller und Übersetzer in Paris. In der CSSR arbeitete er als Lagerarbeiter, Briefträger und Sanitäter. Er übersetzte unter anderem Werke von Beckett, Rabelais, Jarry und Queneau ins Tschechische. Sein schmales Bändchen Europeana beschreibt die Geschichte des 20. Jahrhunderts. » weiterlesen
Rezension: Imre von der Heydt – Rauchen Sie?
Die Crux des Rezensionenschreibens ist die Notwendigkeit, das zu rezensierende Objekt – zumindest vom Anspruch her – genauestens unter die Lupe genommen haben zu müssen, um ein adäquates Urteil abgeben zu können. Vor diesem Anspruch versagt diese Rezension ... oder nein, sie deutet einfach im Vorhinein ihr Objekt um – Arbeitstitel: die Rezension eines Covers. » weiterlesen
Allerleirauh - neutsch
„In dem Baume liegt ein wunderliches Thier, wie wir noch niemals eins gesehen haben: An seiner Haut ist tausenderlei Pelz.“
Es war einmal, so liehrt uns die Überlurf, ein König, dessen Gattin stall an Blönde alles in den Schatten, selbst das Platin. Als sie aber erkronk und ihr uhn, sie sön.ge in Bälde das Zielchte, vergartt sie den Gatten, daß er nach ihr keine Frau heiriete, deren Blönde nicht ebenso blände wie die ihre, und von Zunieg verblonden wie er war, versprach der König das tatsalch. Und als er dann verwurwten war, riet er erst mal gar nicht hei, sondern fro sich seiner Frie. » weiterlesen
Die unerträgliche ersterbende Leichtigkeit des Seins
Eifmans Ballett „Anna Karenina“ reüssiert auf den Brettern der Volksoper Wien
Wien. Mit frenetischem Applaus und fünf Vorhängen endet eine herausragende Ballettinszenierung. Strahlende Gesichter, Jubel allerorten. Olga Esina, die die Anna tanzte, verabschiedet sich mit Tränen – ihre Partner Kirill Kourlaev (Karenin) und Vladimir Shiskov (Wronski) geben sich durch den Erfolg, den die Petersburger seit der Uraufführung 2005 auf russischem Boden, in Amerika und Europa feiern, abgeklärter. David Levi, der sein Orchester souverän führte, trug mit berührenden, die Handlung tragenden Tschaikowskiklängen viel zum genuin russischen Abend bei. Auch Sinowi Margolins reduziertes Bühnenbild tat dem Stück gut, Slawa Okunews kontrastiv klassische Kostümierung war für das Verstehen hilfreich und lenkte die Aufmerksamkeit auf die in den Bewegungen offenbarten Gefühlszustände des Trios. Weite wallende Kleider in elegischen Anna-Szenen, enge schwarze Leibchen für den befangenen Karenin und eine eigenwillig grüne militärische Eleganz für den Verführer Wronski. Gleb Flischtinskis Beleuchtung war gekonnt leitmotivisch und machte das Fehlen der Sprache Tolstois wiederum wett. » weiterlesen
Die Revolution
Lassen Sie Ihren Hund doch auf die Straße scheißen! » weiterlesen